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Quali der Offenen Klasse in Stendal

Erlebnisbericht von Keno Doden

Keno-in-ASW-20

Nur wenige Tage vor der Qualifikationsmeisterschaft in Stendal konnte ich endlich den ersten Start mit der JS1 machen. Es war für mich der Erstflug der D-KDTM. Frisch aus der Werft und im Auftrag von Jonker Sailplanes. Und vor allem war es mein erster Start mit einem Flugzeug dieser Leistung. So ging es erst einmal mit Respekt an das neue Muster und ich schaute mir alle Details genau an. Viel Liebe zum Detail, ein sehr durchdachtes Cockpit mit Komfort und die luxuriöse Optik machten Eindruck auf mich.

Beim Start fiel mir das einfache Handling positiv auf, das Fluggefühl überzeugte mich sofort. Mit nur diesem einen 45 minütigen Flug als Vorbereitung -das Wetter in der Woche vor der Meisterschaft gab nicht mehr her- ging es dann zur Offenen Klasse-Qualifikation nach Stendal. Am Trainingstag ging es dann erstmals mit 720 Kg in die Luft, die JS1 wird mit zunehmender Flächenbelastung eher noch wendiger, war mein erstes Gefühl. Den Trainingstag -endlich ging es mal ordentlich- wollte ich dann auch richtig nutzen und ging auf den 430 Kilometer-Racing-Track. Bereits hier war klar: die JS ist nicht nur konkurrenzfähig, sondern gleitet genauso gut wie die Langohren bei etwa 140 Km/h.

113km/h im Schnitt und eine Menge Spaß

Wenn es aber schnell wird, ist das Flugzeug eine Klasse besser. Beim ausgiebigen „surfen“ unter Wolkenstraßen wird das Potenzial am deutlichsten. Die JS1 hat ihr bestes Gleiten mit voller Flächenbelastung bei 145 Km/h. Für Speeds um 200 Km/h muss der Knüppel kaum bewegt werden, die Wölbklappe erledigt dies ganz alleine. So brachte der Tag mit teils einfachen, teils schwierigen Bedingungen und einer 113 Km/h Speed nebst ordentlicher Tagesplatzierung vor allem eins: Ein große Menge Spaß.

Am ersten Wertungstag spürte ich dann schon etwas die Augen der Konkurrenz auf mir, bzw. der JS1. Es scheint doch für viele interessant zu sein, wie gut dieses Flugzeug wirklich ist. Der erste Wertungstag brachte gute, wenn auch keine Top-Bedingungen(45 Km/h Wind) mit sich. Meinen Abflug machte ich etwas später als die Routiniers wie Holger Karow und Stephan Beck. Nach etwa 10 Kilometern hatte ich das Feld eingeholt. Bei einer Vorflug-Geschwindigkeit „im besten Gleiten“ von 145 Km/h flog ich deutlich schneller gegen den starken Wind vor. Am Ende der Wolkenstraße nach etwa 30 Kilometern war ich rund 400 Meter Höher.

Wegen des starken Windes bedeutete dies zwar nur eine Speed von 105 Km/h auf dem ersten Schenkel. Eindeutig war dies trotzdem eine der Stärken der JS1.

Garant für hohe Geschwindigkeiten

Beim Rückenwindschenkel jedoch wurde das Potenzial erst richtig klar. Dieses Flugzeug ist für hohe Geschwindigkeiten gebaut. Ohne Anstrengung und mit konservativem Flugstil waren hier 134 Km/h drin. Tagessieg. Es folgte ein interessanter zweiter Tag mit niedriger Wolkenbasis, Wind um 30 Km/h und langen Gleitstücken. Auch hier konnte ich keinen Nachteil feststellen. Die „Langohren“ fliegen immer langsamer und gleiten vielleicht bei langen Gleitstücken einen Hauch weiter, aber ich war zu diesem Zeitpunkt immer vorne heraus geflogen und hatte bereits wieder thermischen Anschluss.

Am dritten Tag brauchte ich dann auch mal den Jet. Hier liegt der Vorteil klar auf der Hand. Man kann wesentlich später zwischen „noch fliegen“ und einer virtuellen Außenladung entscheiden, da weder ein Anstürzen notwendig ist, noch ein Luftwiderstand bei ausgefahrener Turbine spürbar.
Ein insgesamt tolles Erlebnis. Die Offene Klasse mit der JS1 macht unglaublich viel Spaß, vor allem weil sie mit dem Handling -und der Speed- eines deutlich kleineren Flugzeuges gleiche oder bessere Flugleistungen bringt. Bei schnellem Wetter ist die JS1 nicht zu halten und vermittelt dem Piloten dabei permanent ein gutes, selbstverständliches Gefühl.

Mit einem zweiten Gesamtplatz fuhr ich nach Hause. In keiner Situation war ich mit der JS1 unterlegen, in vielen Situationen aber klar im Vorteil. Das Grund-Handling begeistert, zum Beispiel die Betankung ist einfach und leicht. Ich freue mich auf die Deutsche Meisterschaft 2015.


Weitere Erfahrungsberichte


  • Die JS1 ist einfach eine dieser Konstruktionen, die man unbedingt geflogen haben muss. Dieses Sportgerät erfüllt für mich die Aspekte eines echten „Schiffes“ gepaart mit einer hohen Agilität. Einfach ein toller Fluggenuss.

    Peter Fischer
  • Man setzt sich rein und fühlt sich wohl. Das Gleiten fühlt sind gar nicht mehr an wie mit einem Segelflugzeug und das Kurbeln bringt einfach nur Bock. Fühlt sich einfach toll an!

    Frerk Christopher Frommholz
  • You can feel the passion and the sensitivity of the Jonker brothers and their team, that they have incorporated into their designs when you fly with this glider.

    Uli Schwenk
  • Dieses Flugzeug ist für hohe Geschwindigkeiten gebaut. Ohne Anstrengung und mit konservativem Flugstil waren hier 134 Km/h drin. Tagessieg.

  • Der Jetantrieb überzeugt mich ohne Einschränkung. Er ist sicherer als herkömmliche Systeme. Er ist kräftig und hat ausreichend Kraftstoff (Diesel) für 100 bis 200 Kilometer je nach Nutzungsweise an Bord.

    Arndt Hovestadt
  • The JS1 soon showed its impressive potential, consistently pulling away from comparable gliders as we carried out long glides throughout the speed range in good soaring conditions.

    Andy Davis